Hier finden Sie alle Berichte und Neuigkeiten vom OP-Projekt JUMP 2021 in Gambia.

02.12.2021

 

Die Hitze hier in Gambia ist mittlerweile etwas erträglicher geworden, dafür hat der Staub und Sand in der Luft erheblich zugenommen. Nichtsdestotrotz wartete am Dienstag einiges an Arbeit auf das Team. Neben weiteren Patientensichtungen wurden ein Lipom und zwei Hernien versorgt und die Osteosynthese, welche am Montag nicht durchgeführt werden konnte, nachgeholt. Außerdem wurde eine Osteomyelitis bei einem Patienten revidiert, welcher vor einiger Zeit nach einer Fraktur in einer örtlichen Klinik mit einem Nagel versorgt worden war. Ein Infekt danach führte zu Defekten - diese "toten" Knochenstücke verhinderten die vollständige Heilung und verursachten Schmerzen. Diese Knochenstücke (Sequester) konnten nun entfernt werden.

Am Mittwoch standen nochmals zwei Hernien und ein Lipom am Fuß auf dem Programm. Außerdem wurde in einer komplexen, knapp vierstündigen Operation eine alte Tibiafraktur versorgt. Dabei wurden einerseits abgebrochene Schrauben herausgenommen, ein Teil der Fibula entfernt, die Frakturteile reponiert und mit einem Fixateur externe ruhiggestellt. Damit ging ein weiterer anstrengender Tag zu Ende... oder zumindest fast. Der Arbeit folgte nämlich noch ein gemütlichen Abend mit Malaria-Prophylaxe - Pizza und Gin Tonic - nach der die Strapazen schnell wieder vergessen waren.

30.11.2021 

 

Am Sonntag wurde nochmals so richtig entspannt, um dann am Montag voller Energie und mit einem nun vollständigen Team in die neue Woche zu starten.

Die beiden TOAs und Birgit machten sich schon etwas früher auf, um alles für den heutigen Tag vorzubereiten. Auf dem Plan standen neben weiteren Patientensichtungen diverse Operationen, eine "frische" Tibiafraktur (zur Erklärung, frisch bedeutet hier in Gambia dass die Fraktur vor weniger als 6 Monaten passiert ist), eine Sequesterentfernung mit Débridement und zwei weitere Hernien.

Beim gemeinsamen Morgenrapport wurde der Tagesplan nochmals durchgesprochen.

Da bei der Sterilisation der Instrumente Probleme auftraten, musste die Versorgung der Tibiafraktur auf Dienstag verschoben werden und der zweite Patient mit der Hernie tauchte nicht auf... Flexibilität ist hier tagtäglich gefragt.

Nach dem übrigen OP-Programm wurden die nächsten Tage besprochen und geplant.

Außerdem wurde die Klinik am Nachmittag von einem einheimischen Traumatologen besucht. Das Chirurgenteam wird am Donnerstag im Universitätsspital Banjul seinerseits einen halben Tag bei der Arbeit dabei sein können.

28.11.2021

 

Auch am Freitag wurde fleißig gearbeitet im heißen Gambia. Insgesamt wurden vier Hernien operiert - auch dieses Jahr wurde dem Team dafür mit einem tollen, einheimischen Essen die Dankbarkeit der Angehörigen ausgedrückt (Es war sehr lecker, auch wenn der Blick auf dem Bild etwas skeptisch wirkt!). Nebenbei ging es weiter mit Patientensichtungen, bisher wurden etwa 60 Patienten von dem Chirurgenteam gesehen und untersucht. Mit dabei waren auch einige Nachkontrollen von vor zwei Jahren, allesamt mit guten Ergebnissen. Außerdem wurde bereits der OP-Plan der nächsten Woche erstellt.

Die beiden TOAs bereiteten bis in die späten Abendstunden alle Materialien vor, die nächste Woche benötigt werden, damit am Montagmorgen früh mit den geplanten Osteosynthesen gestartet werden kann.

Am Freitagabend sind dann mit Bastian, Laura und Julian ein weiterer Teil der Gruppe eingetroffen. Am Samstag wurde entspannt, bevor dann am Abend Harry, Birgit und Benedikt in Gambia eintrafen und somit das Team nun beinahe komplett ist.

25.11.2021

 

Gute Neuigkeiten: Der Container ist endlich angekommen!

In toller Zusammenarbeit wurde das so lang herbeigesehnte Material ausgeladen und in der Klinik verteilt.

Jens Starke und Andreas Schweizer konnten glücklicherweise ihren Rückflug nach Hause verschieben und unterstützen die Klinik jetzt tatkräftig beim Einrichten und dem Aufbau- und Einbau der Geräte.

Währenddessen hat das Team fleißig weiter Patienten gesichtet und auch die ersten Eingriffe konnten vorgenommen werden.

Dadurch, dass der Container endlich eingetroffen ist, kann voraussichtlich ab nächster Woche parallel in beiden OP-Sälen operiert werden und vor allem können endlich die ersten Osteosynthesen durchgeführt werden.

Wir sehen den nächsten Tagen und Wochen voller Zuversicht entgegen!

23.11.2021

 

Am Montag ging es los - der erste Arbeitstag für das Team in Gambia.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch das Spitalpersonal und einer kurzen Besichtigung der neu umgebauten ASB Klinik besichtigte das Team der Chirurgen während der letzten zwei Tage ihre ersten Patienten. Unter anderem mit dabei war Buba, den das Team vor zwei Jahren operiert hatte. Ihm wurde ein Fixateur externe angelegt - durch seine Wohnverhältnisse entwickelte sich in der Zeit danach jedoch ein Infekt, der erfolgreich behandelt werden konnte. Allerdings konnten dadurch, dass das Team letztes Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht nach Gambia reisen konnte, auch nicht die erforderlichen weiteren Schritte durchgeführt werden. Dieser Fall bereitete dem Team bereits einiges an Kopfzerbrechen und wird es voraussichtlich auch noch eine Weile weiter beschäftigen.

Die zwei TOAs verschafften sich derweil einen Überblick über das vorhandene Material und fingen an, die ersten für Mittwoch angesetzten Eingriffe vorzubereiten. Außerdem gab es endlich Neuigkeiten bezüglich des Schiffes - dieses konnte endlich in den Hafen einlaufen, was eine hervorragende Nachricht ist. Aber wann der lang ersehnte Container in der Klinik eintreffen wird, das steht leider immer noch nicht fest. Somit geht fürs Erste das Hoffen und Warten noch weiter.

21.22.2021

 

Endlich ist es soweit. Nach langen und intensiven Vorbereitungen ist der erste Teil der Gruppe am Samstagabend in Gambia eingetroffen.

Der erste Tag vor Ort wurde dazu genutzt, sich von der langen Reise zu erholen und sich an das warme Klima zu gewöhnen. Aber auch, um sich auf den neusten Stand der Entwicklungen hier zu bringen.

Das Schiff mit den Containern für die Klinik ist leider noch immer nicht im Hafen von Banjul angekommen, und mit ihm fehlt viel dringend benötigtes Material. Aber wir werden das Beste daraus machen und morgen trotz allem mit den ersten anfallenden Arbeiten des Projekts starten.