Reisetagebuch


Woche 1


 

Tag 1: 23.02.2104

 

Lange haben wir ihn erwartet, diesen Tag: Heute morgen pünktlich um 11 Uhr ging es nach monatelanger Vorbereitung los auf unsere erste Etappe (Freiburg - Bayonne). Bei strahlendem Sonnenschein wurden wir auf dem Waldkircher Marktplatz von Familie, Freunden und Unterstützern verabschiedet. Die Fahrt gestaltete sich bis auf einen kleinen Stau kurz nach der französischen Grenze problemlos. Zwar schafften wir es nicht ganz bis nach Bayonne, sondern nur bis zu einem Autobahnrastplatz hinter Bordeaux, dennoch waren wir mit unserem Routenergebnis vollkommen zufrieden. Müde von der Fahrt ging es dann kurz nach 0 Uhr in unsere Autos zum Schlafen.


 

Tag 2: 24.02.2014

 

Nach einer kurzen Nacht auf dem Rastplatz starteten wir um 8.20 Uhr in Richtung Spanien. Unser heutige Etappe sollte uns über die spanische Grenze, durch die Pyrenäen, vorbei an Burgos und Sevilla bis hin zu unserem nächsten Schlafplatz in Alcalá de los Gazules (kurz vor Gibraltar) führen, jedoch gab es nach einem Drittel der Strecke einen Reifenplatzer am Anhänger, der uns um 2 Stunden in unserem Zeitplan zurück warf. Da der Anhänger das einzige Fahrzeug ist, für das wir keine Kompletträder, sondern nur Reifen dabei haben, mussten wir zunächst den alten Reifen (der komplett zerfetzt war) von der Felge bekommen, einen neuen Reifen aufziehen und zur nächsten Tankstelle fahren, um ihn mit Luft zu füllen. Zum Glück haben wir Hubert! Dank seinen Ideen und seinem Können klappte der Wechsel einwandfrei.

Nach erfolgreicher Schadensbehebung brachen wir um 17Uhr auf, die noch anstehenden 750 km hinter zu bringen. Doch als wäre der erste Reifenplatzer nicht genug, kam auch schon der Zweite: diesmal am anderen Reifen des Anhängers. Nachdem wir nun schon Übung im Reifenwechseln hatten ging es zwar etwas schneller, dauerte dennoch knapp über eine Stunde, bis der Anhänger wieder fahrbereit war.

Etwa 100 km vor Sevilla suchten wir uns gegen 0.30 Uhr schließlich einen Rastplatz zum Übernachten.

 

 

 

Tag 3: 25.02.2014

 

Neuer Tag neues Glück?

Am heutigen Morgen starteten wir um 8.20 Uhr in Richtung Gibraltar, um dort auf Team 7 zu treffen und uns gemeinsam auf die Fähre nach Marokko zu begeben.

Endlich verlief die Fahrt wieder problemlos! In Algericas angekommen kauften wir nochmal gemeinsam ein und fuhren dann weiter in Richtung Hafen, wo bereits Team 7 auf uns wartete. Vereint mit Team 7 gab es nun viel zu erzählen. Wir erzählten von unseren beiden Reifenplatzern und Team 7 erzählte uns, dass der von uns angepeilte Campingplatz kurz vor Algericas, bei dem wir uns ursprünglich am Vorabend treffen wollten, sowohl geschlossen hatte, als auch heruntergekommen war. Kurzerhand hatten sie sich entschlossen, die restlichen Kilometer nach Algericas zu fahren, um dort die Nacht zu verbringen.

Nun hieß es: Tickets holen und ab auf die Fähre. Nachdem potenzielle Hafenarbeiter uns angeboten hatten, uns beim Ticketkauf zu helfen, stellte sich durch Nachfragen eines Polizeibeamten auf dem Weg zum angeblichen Ticketschater heraus, dass es sich um so genannte "Schlepper" handelte. Nachdem wir am offiziellen Ticketschalter dann aber endlich die Tickets erhielten, gingen wir um 15 Uhr auf die Fähre in Richtung Tanger (Marokko). Auf der Fähre nutzten wir die Zeit um gemütlich zusammenzusitzen und weiteres Vorgehen zu planen.

Am marokkanischen Zollhafen angekommen reihten wir uns in die Reihe der anmeldungspflichtigen Fahrzeuge ein. Mit großem Entsetzen mussten wir mitansehen wie die Fahrzeuge vor uns allesamt den kompletten Fahrzeuginhalt ausräumen mussten. Nachdem wir nach 1,5 Stunden endlich an der Reihe waren fing die Odyssee an. Als große Problem ergab sich, dass unsere Fahrzeuge auf den Verein und nicht auf dem jeweiligen Fahrer angemeldet sind. Die Grenzbeamten separierten unsere Fahrzeuge von den restlichen und ließen uns von der Polizei zu einem riesigen mobilen Fahrzeugscanner eskortieren, wo unsere Fahrzeuge gründlich durchleuchtet wurden. Da nichts auffälliges gefunden werden konnte durften wir uns zurück zur Zollabfertigung begeben. Nach langem Warten zeigten sich die Grenzbeamten bereit, sich auf Verhandlungen einzulassen. Peter und Sebastian nahmen es in die Hand, den Grenzbeamten davon zu überzeugen uns passieren zu lassen. Nach 6 Stunden bangen und zittern durften wir schließlich endlich alle einreisen.

Mittlerweile Nacht geworden gingen wir auf die Suche nach einem Campingplatz um zu Übernachten, den wir nach 1,5 Stunden langer Fahrt dann auch fanden. Erfreut über die schließlich doch gelungene Einreise gönnten sich noch einige des Teams ein warmes Nachtmal. Um 0.30 Uhr lagen letztendlich alle geplättet in ihren Betten.

 


 

Tag 4: 26.02.2014

 

Aufgrund des gestrigen anstrengenden Tages gönnten wir es uns heute auszuschlafen, eine mehr oder weniger warme Dusche und ein ausgiebiges Frühstück. Gegen 12 Uhr brachen wir dann weiter auf in Richtung Chefchaouen. Schon auf dem Weg dort hin erlebten wir eine atemberaubende Landschaft und eindrucksvolles kulturelles Geschehen innerhalb der Dörfer, durch die unser Weg führte: Weitläufige Bergketten, grüne Wiesen und Äcker, vollgeladene Eselkarren und buntes Treiben.

In Chefchaouen angekommen fanden wir einen beaufsichtigten Parkplatz auf dem wir unsere Fahrzeuge stehen ließen. Gemeinsam gingen wir nun zu Fuß los, die am Berg liegende kleine Stadt, mit ihren weiß-blauen Häusern und engen Gassen, zu erkunden. Innerhalb der Stadt gab es zahlreiche kleine Einkaufsläden und Restaurants. In einem der Restaurants ließ sich ein Großteil des Teams nieder und gönnte sich die erste marokkanische warme Mahlzeit.

Um 16.30 Uhr trafen wir uns wieder bei unseren wohl behüteten Fahrzeugen und brachen weiter auf in Richtung Meknès. Die Fahrt dorthin verlief weiter abenteuerlich, dass in Afrika angekommen, andere Regeln auf den Straßen beherrschen. Die Walkie-Talkies haben sich hierbei als super Idee erwiesen. Durch sie konnten wir uns untereinander prima verständigen sowie vor großen Schlaglöchern, gefährlichen Überholmanövern und anderen Gefahrenstellen warnen.

Kurz vor Meknès kehrten wir gemeinsam auf einen, hauptsächlich von Niederländern besiedelten, Campingplatz ein. Gemeinsam beendeten wir den Abend mit einer gemeinsamen Spagetti Bolognese (vielen Dank an dieser Stelle an unseren Chefkoch Jacob!) und einem kühlen Bier.


 

Tag 5: 27.02.2014

 

Vom Campingplatz aus ging es weiter nach Marrakech. Dieses Mal führte uns die Fahrt über die marokkanische Autobahn. Hier machte sich die Spanne zwischen Arm und Reich besonders bemerkbar: es fuhren nicht nur, wie gewohnt, in die Jahre gekommene Autos, sondern auch modernste Sport- und Geländewägen.

In Mohammedina (nahe Casablanca) hielten wir kurz an der Küste an um uns bei einer kurzen Brotzeit für die restliche Strecke bis nach Marrakech zu stärken. Während unserer kurzen Pause genossen wir die Aussicht aufs Meer und die steilen Klippen, an denen Fischer ihr Glück versuchten.

Nach kurzer Rast ging es weiter Richtung Süden, stets das hoch herausragende Atlas-Gebirge im Blick. Da wir heute einmal vorhatten bei Tageslicht bei unserem nächsten Schlafplatz ankommen, kehrten wir auf einem Campingplatz kurz vor Marrakech, den Sebastian schon von seiner vergangenen Fahrt kannte, ein. Dort fanden wir eine gemütliche Ecke am Rande des Campingplatzes. Schnell waren die Autos abgestellt sowie Tische und Stühle aufgestellt für ein gemütliches Beisammensein.


 

Tag 6: 28.02.2014

 

Erschöpft von den vorherigen Tagen folgte heute unser erster planmäßiger Ruhetag, den wir im Zentrum von Marrakech verbrachten. Mit dem am Vortag bestellten Shuttlebus fuhren wir zusammen bis an die Pforten der Medina (der Altstadt von Marrakech), die uns mit ihrem bunten Menschentreiben empfing. Von einem großen Platz inmitten der Medina, mit zahlreichen Verkaufsständen, Schlangenbeschwörern und Künstlern, aus, teilten wir uns in Gruppen auf und gingen los in die am Platz liegenden Souks der Stadt.

Vorallem unsere Mädels wurden bei der Vielzahl der kleinen Geschäfte schnell fündig: bunte Tücher, Ledertaschen und Souvenirs waren, nach den hier üblichen Verhandlungen, "schnell" gekauft. Nach einer gemeinsamen marokkanischen Mahlzeit, begab sich eine Gruppe zum Prinzenpalast und eine andere zum Gerbereiviertel der Stadt.

Den gelungenen Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Barbecue in einem traumhaft schönen Innenhof, bei zwei belgischen Freunden von Hannah, die seit neun Jahren in der Medina lebten. Überwältigt von der Schönheit des Anwesens verbrachten wir den gesamten Abend bei ihnen. Erschöpft vom wilden Treiben der Medina genossen wie hier die Ruhe und das leckere Essen.

Kurz nach 22 Uhr fuhren wir wieder mit dem Shuttlebus zurück zum Campingplatz und gingen schnell zu Bett, da wir morgen bereits um 7 Uhr in Richtung Atlas-Gebirge starten wollten.


 

Tag 7: 01.03.2014

 

Heute ging es hoch hinaus! Bereits früh (kurz nach 7 Uhr) starteten wir, an Marrakech vorbei, ins Atlas-Gebirge. Vor uns ragten die schneebedeckten Gipfel der Berge anmutig aus der sonst flachen Landschaft. Je weiter wir ins Hinterland der Berge kamen, umso spärlicher wurde die Besiedlung und umso abenteuerlicher wurden die Straßen unter unseren Fahrzeugen. Schlaglöcher über Schlaglöcher, enge Straßen und tiefe Abgründe führten durch eine einzigartige Panoramalandschaft. Oft hielten wir am Straßenrand an, um die Landschaft auf uns wirken zulassen sowie sie mit der Kamera festzuhalten.

Nach erfolgreicher Überquerung des Passes auf 2.100m Höhe bat sich uns ein wunderschöner Ausblick über die Weiten Marokkos. Etliche Kurven führten uns nun steil bergab zum Fuße des Gebirges.

Nun wieder auf relativ guten marokkanischen Straßen musste Team 6 einem entgegenkommenden überholendem LKW ausweichen, erwischte dabei jedoch ein Schlagloch, das ihrem Fahrzeug einen platten Reifen bescherte. Die unvorhergesehene Pause für den Reifenwechsel fand auf einem, neben der Straße liegenden "Fußballplatz" statt. Zum Glück war der Reifen schnell gewechselt! Wir nutzten den Halt für eine kurze gemeinsame Besprechung. Da wir für die Überquerung des Gebirges mehr Zeit als geplant benötigt hatten, entschieden wir in der nahegelegenen Stadt Taroudant einen Campingplatz aufzusuchen. Während der Besprechung kamen mehr und mehr neugierige Kinder auf den Fußballplatz, um das Geschehen zu beobachten. Schnell zückten wir einen Fußball, schenkten ihnen diesen und forderten sie zu einem kleinen Fußballmatch heraus. Es war ein riesiger Spaß!

Gegen 19 Uhr fanden wir den kleinen Campingplatz "Camping du jardin" in Taroudant.